Balloerveld: Zurück in die Urzeit

 

BALLOERVELD – Die Provinz Drenthe ist berühmt für ihre so genannten „Hünengräber“, 5.000 Jahre alte Grabstätten, die aus riesigen Felsblöcken erbaut wurden. Darüber hinaus findet man in dieser Region noch viele weitere Erbstücke aus der Prähistorie. Auf dem Balloerveld – schon in der Steinzeit ein von Menschen besiedeltes Gebiet – tummeln sich heute ungefähr vierhundert Schafe. Eine Reise durch dieses Heidegebiet ist gleichzeitig auch eine Reise in die Vergangenheit.

 

Balloerveld mit mystische atmosphäre. Foto Pixabay.

MEHR ALS NUR HEIDE

Auf den ersten Blick scheint das Balloerveld einfach ein großes Heidefeld zu sein. Es ist aber mehr als das: Neben Bäumen, Mooren und Sandverwehungen findet man hier auch ungefähr vierzig steinzeitliche Grabhügel. In diesen Hügeln bestatteten unsere Vorfahren ihre Verstorbenen, genauso wie in den Hünengräbern, die in der näheren Umgebung des Balloervelds zu sehen sind. In der Bronzezeit äscherte man die Verstorbenen ein und vergrub eine Urne mit der Asche in einem Urnenfeld. Auch ein solches Urnenfeld ist auf dem Balloerveld zu sehen.

PRÄHISTORISCHEN GRUND

Hier läuft oder radelt man also über prähistorischen Grund und Boden, und das verleiht diesem Gebiet etwas Mystisches. Ein Grund mehr, kurz innezuhalten und die Umgebung auf sich wirken zu lassen. Vor tausenden Jahren gingen unsere Vorfahren hier auf die Jagd, sie pflanzten Zweikorn auf ihren wabenförmigen Feldern an (Überbleibsel dieser Keltischen Felder sind auch heute noch sichtbar), und sie wohnten in primitiven Unterkünften. Die Stille auf diesem Feld wird nur gelegentlich von dem Summen der Bienen, einem singenden Steinschmetzer oder einer raschelnden Zauneidechse unterbrochen.

EIN PARADIES FÜR FLORA UND FAUNA

Nicht nur Zeitreisende, auch Naturfreunde finden im Balloerveld einen Garten Eden vor: Dank der besonderen Zusammensetzung des Bodens gedeihen hier mehr als zweihundert Pflanzenarten, darunter der seltene Lungen-Enzian, Rosmarinheide und Arnika. Auf den Sandverwehungen wachsen Flechten. Das Heidefeld zieht außerdem besondere Tierarten an. So gibt es mehr als zwanzig Schmetterlingsarten und Dutzende Vogelarten zu beobachten. Und wenn man genau hinsieht, entdeckt man mit etwas Glück Amphibien und Reptilien.

DIE RASENMÄHER DER HEIDE

Drents Heideschaffe. Foto Pixabay.

 

Määääh! In der Ferne meckert ein Schaf. Und noch eins. Und noch eins. Dort nähern sich die Schäfer von Balloo: Sie treiben ihre vierhundert Drenther Heideschafe wie eine Art „Rasenmäher“ über die Heide des Balloervelds. Eine natürliche Form der Landschaftspflege, im Auftrag des Forstamts und durchgeführt von Drenther Heideschafen. Diese alte europäische Rasse mit ihren typischen Hörnern passt hervorragend zu ihrer urzeitlichen Umgebung, denn sie grast hier bereits seit rund sechshundert Jahren. Auch ihre Geschichte reicht also zurück bis in die Steinzeit.

WO LIEGT DAS BALLOERVELD?

Balloerveld Drenthe.

 

Das 376 Hektar große Balloerveld liegt nordöstlich von Assen, in den Drenther Gemeinden Aa und Hunze. Man darf es nur zu Fuß oder auf dem Fahrrad erkunden, motorisierte Verkehrsmittel sind nicht erlaubt. Das Feld liegt zehn Meter über dem Meeresspiegel, oben auf dem Hondsrug, einem siebzig Kilometer langen Höhenzug zwischen Groningen und Emmen.

 

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