Kleingärtnern in Rijnsburg

 

RIJNSBURG – Was macht man mit einem alten, leerstehenden Blumengewächshaus? Abreißen? Verrotten lassen? Nichts dergleichen, fand Gerardo van Egmond, Besitzer von Indoorvolkstuin Rijnsburg. Der Züchter öffnete seinen Betrieb vor ein paar Jahren für Kleingärtner. Diese brannten darauf, loszulegen. Und siehe da: seitdem entstanden zahlreiche biologische Gemüse- und Obstparadiese. Besucher des Gewächshauses können den „fleißigen Bienchen“ bei der Arbeit zusehen oder deren frische Erzeugnisse im Laden kaufen.

KEINE WARTELISTE, DIREKT LOSLEGEN

Viele Menschen hegen den Wunsch nach einem eigenen Gemüsegarten. In den meisten Schrebergartenvereinen gibt es allerdings eine Warteliste von hier bis Tokio. Das brachte Van Egmond auf die Idee für einen Indoor-Schrebergarten in seinem leerstehenden Gewächshaus in Rijnsburg. Hier mietet man eine Parzelle und legt los. So einfach kann es sein. Das Bewässerungssystem war noch vorhanden und kann per Parzelle gesteuert werden. Man ist umgeben von anderen Kleingärtnern, die einem gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ist man eine Zeit lang verhindert, dann findet sich immer ein Nachbar oder eine Nachbarin, die dafür sorgt, dass die Pflanzen nicht verdursten.

DER ROTER MÄUSEFÄNGER VON RIJNSBURG

Tijger - Foto Sybylle Kroon

 

Im gläsernen Gemüsegarten ist alles biologisch und so natürlich wie möglich. Der rote Kater Tiger kümmert sich um die Mäuse, und Schlupfwespen fressen die Läuse. Regenwasser wird gesammelt und für die Bewässerung verwendet. Ein Bienenvolk bewohnt das Gewächshaus und sorgt für die benötigte Bestäubung. Es gibt keine Heizung: Die Sonne erwärmt das Gewächshaus. Die einzige Versorgung von außerhalb des Gebäudes ist Wasser. Und Kaffee für die Kaffeeecke.

SELBST ERDBEEREN PFLÜCKEN

Erdbeere. Foto Pixabay

 

Erdbeerfans sollten den Indoor-Schrebergarten zwischen Mitte Mai und Oktober besuchen. Dann darf man sich selbst ein Schälchen mit den fruchtigen Zwergen vollpflücken. Wenn man dann sowieso schon einmal dort ist, darf man sich den Laden „Gezonder Groen“ (auf Deutsch: Gesunderes Grün) nicht entgehen lassen, in dessen Regalen neben Gemüse und Obst auch biologischer Käse, Fleisch und Eier liegen.