Schiffbruch auf Texel

 

TEXEL – Der Strand besaß schon immer eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Strandräuber und Strandgutsammler. So auch auf mich. Ich kann es einfach nicht lassen, zu dem einen, undeutlich zu erkennenden Gegenstand in der Brandung zu laufen. Die schönen Muscheln aufzuklauben. Mit meinem Fuß gegen ein Stück Holz zu stupsen, um herauszufinden, ob es sich nicht doch um ein Stück Kiefer des ausgestorbenen Wollnashorn handelt. Auf Texel weiß man genau, was man mit all dem angespülten Gut, dass am Strand „Schiffbruch“ erleidet, anfangen soll. Hier stellt man Möbel oder Kunst daraus her, oder man trägt eine Sammlung musealen Ausmaßes zusammen.

 

Kunststrandräuber. Foto Pixabay

STRANDRÄUBERN AUF TEXEL

Wenn man beinahe auf dem Strand wohnt und deshalb jeden Tag dort nachsehen kann, vor allem nach Stürmen, dann kann man viele spannende Dinge finden. Rettungsbojen. Holz. Handschuhe. Taue. Und mit ein bisschen Glück eine Flasche mit Post darin. Diese und viele weitere Fundstücke findet man im Schipbreuk- en Juttersmuseum (auf Deutsch: Schiffbruch- und Strandräubermuseum) Flora in Den Burg. Echte Strandräuber übernachten im Strandräuberhotel von Maarten Brugge. Wer das Strandräubern erst noch erlernen muss: Maarten – ein erfahrener Strandräuber – nimmt Neulinge gerne mit auf eine Strandräubertour.

 

Flasschenpost. Foto Pixabay

„WUNDERSCHÖNER DRECK“

Die Dinge, die am Strand von Texel gefunden werden, sind eine Inspirationsquelle für Künstler. Im Museum/Galerie RAT findet man Kompositionen aus Strandgut. Die Künstlerin Maria Roelofson ist „Kunststrandräuber“ und arbeitet gerne mit dem „wunderschönen Dreck“, den sie am Strand zusammenträgt.

DISCLAIMER ZUM STRANDRÄUBERN

Strandgeräubte Handschuhe. Foto Pixabay

 

Bevor ihr jetzt zu fanatischen Strandräubern werdet, müsst ihr folgendes wissen: Das Sammeln von Strandgut ist offiziell verboten. Wenn man etwas am Strand findet, muss man dies beim sogenannten „Strandvonder“ melden. Der „Strandvonder“ ist meist der örtliche Bürgermeister. Er oder sie bewahrt den Fund auf, für den Fall, dass der rechtmäßige Besitzer sich meldet. Meldet sich niemand beim Fundbüro, dann wird der Fund verkauft, und der Finder erhält einen Teil des Erlöses. Soweit zum offiziellen Prozedere. „Professionelle Strandräuber“ hantieren lieber ihre eigenen Regeln. Amateurstrandräuber wie du und ich wissen es einfach nicht besser, wir sind einfach die ehrlichen Finder schöner Dinge, nicht wahr?

 

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