Spargelschau in Melderslo

 

MELDERSLO – Beinah jeder Spargel, der in den Niederlanden über die Theke geht, stammt aus Nordlimburg. Wenn man im Frühling durch diese Region fährt, radelt oder wandert, sieht man sofort die ungewöhnlich anmutenden Spargelfelder. Das „weiße Gold“ kann man aber nicht nur essen, sondern auch betrachten. In einem eigens dafür errichteten Museum: dem Spargel- und Champignonmuseum De Locht in Melderslo.

 

Museum 'De Locht' in Melderslo. Foto Sybylle Kroon

DAS WEISSE (UND GRÜNE) GOLD

Ob vom Auto, dem Fahrradsattel oder Schusters Rappen aus: Man kann die Spargelfelder inmitten der grünen Landschaft Nordlimburgs nicht verpassen. Sie sind an ihren langen „Rücken“ zu erkennen, die oft mit schwarzen oder weißen Planen bedeckt sind. Die schwarze Plane soll das Wachstum des Spargels stimulieren. Soll der Wuchs dahingegen verlangsamt werden, dann wendet der Spargelzüchter die Plane und dreht die weiße Seite nach oben.

DREIHUNDERT MILLIONEN SPARGEL. PRO JAHR!

„Die kargen Sandböden in Nordlimburg bilden den idealen Nährboden für Spargel“, erzählt Museumsführer Jos Boots vom Spargel- und Champignonmuseum De Locht in Melderslo. „Mit ihren langen Wurzeln holt er sich die Nährstoffe aus den tieferen Bodenschichten.“ Der Spargel wächst aus seinen Wurzeln nach oben und wird per Hand „gestochen“. Spargelstechen ist also sehr arbeitsintensiv. Jedes Jahr werden in Nordlimburg an die fünfzehn Millionen Kilo Spargel geerntet. „Das sind ungefähr dreihundert Millionen Stück pro Jahr“, rechnet Boots.

 

aspergevelden im nord-limburg. foto Sybylle Kroon

JEDEN TAG ERNTEN

Solange der Spargel im Boden bleibt, ist er weiß. Sobald er über der Erde ist, verfärbt er sich grün. „Die Nachfrage nach grünen Exemplaren steigt, aber der weiße Spargel ist bei Weitem der beliebteste“, so Ron Martens aus Tienray, der gemeinsam mit seinem Bruder Peter den größten Spargelzuchtbetrieb in den Niederlanden besitzt. „Wir ernten jeden Tag“, erzählt Martens. Während einer Führung über die Felder und durch die Produktionshalle sieht man wie der frisch gestochene Spargel sortiert und für den Versand verpackt wird.

HEILIGES DATUM: 24. JUNI

Von April bis zum 24. Juni herrscht Hochbetrieb. Danach ist die Spargelsaison beendet: Am 24. Juni wird der Namenstag von Johannes dem Täufer gefeiert, dem Schutzheiligen der Spargelzüchter. „Dann ist die Spargelzucht beendet“, erklärt Martens. Von dem Moment an beginnt die Spargelpflanze zu wachsen. Sie entpuppt sich als hohes, grünes Gewächs, deren Blumen Beeren mit Samen hervorbringen. Der Start einer neuen Generation weißen Goldes.

 

Spargel. Foto Sybylle Kroon

NORDLIMBURG – VIDEO!

Neugierig, wie so ein Spargel auf dem Teller landet? Seht euch dann mein Video „Vom Land bis zum Teller“ an.

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