Petite Provence im Bollenstreek

 

NOORDWIJK – Der Bollenstreek ist vor allem für seine unzähligen Tulpen-, Narzissen- und Hyazinthenfelder bekannt. Inmitten all dieser Blumenzwiebelpracht gibt es ein Kuckuckskind: ein kleines Lavendelparadies. „La petite Provence“ nennt Besitzerin Frida Liebeton ihr kleines Reich. Auf dem Land, das schon seit dreißig Jahren im Besitz ihrer Familie ist, hat sie sich innerhalb weniger Jahre einen Namen gemacht: Lady Lavendel.

MAGISCHE ECKE IM BOLLENSTREEK

Lavendelfeld. Foto Pixabay

 

Seit 2003 sitzt Frida mit ihrem Lavendel an einer scharfen Kurve des Vogelaardreef in Noordwijk. An dieser Stelle verlangsamt jeder automatisch die Geschwindigkeit, und sei es nur, um die Kurve beim Schwebeflugplatz Langeveld sicher zu passieren. Genau in dieser Kurve stand Frida schon als Vierzehnjährige vor einem alten Wohnwagen und verkaufte Tulpen. Es lief wie geschmiert: „Ich fühlte mich wie die reichste Frau von Noordwijk. Für drei Sträuße Tulpen kassierte ich zehn Gulden, und daher hatte ich einen ganzen Schuhkarton voller Zehn-Gulden-Scheine. Seitdem bin ich dieser Ecke treu geblieben, sie hat einfach etwas an sich.“ Im Jahr 2013 fing Frida dann an, Lavendelpflanzen zu verkaufen. Dazu stellte sie sich mit einem alten Fischwagen in ihre „magische Ecke“, und von Anfang an lief es rund. „Jeder kannte mich als die Lavendelfrau an der Ecke.“

PARADIES FÜR KOHLWEISSLINGE UND BIENEN

Bollenstreek: Kohlwiessling im Lavendelfeld. Foto Pixabay

 

Der Fischwagen wurde schnell durch einen größeren Verkaufsstand ersetzt, genauer gesagt durch eine Blockhütte, in der sie ihr Geschäft einrichtete: de Houten Hoeve. Umgeben ist die Hütte von herrlichen Lavendelfeldern. Allerdings nicht für den Verkauf: „Nein, die sind hier nur, weil sie so schön aussehen, und weil es herrlich duftet und beruhigend wirkt.“ Inzwischen wachsen dreitausend Quadratmeter Lavendel an der Ecke von „Lady Lavendel“, wie Frida ihr Unternehmen genannt hat. Dutzende Kohlweißlinge flattern von Blüte zu Blüte, und von Nahem sieht und hört man unzählige Bienen und Hummeln. „Ich schaue mir auch selbst oft in Ruhe meinen Lavendel an und lausche dem Summen der vielen Insekten, die hierher kommen. Es ist genau wie in der Provence, nur kleiner.“

GLÜCKLICH DURCH LAVENDEL

Mädchen im Lavendelfeld. Foto Pixabay

 

Der Lavendel für den Verkauf stammt von ihrem Bruder Jeroen. „Da kann ich mir sicher sein, dass ich Qualität verkaufe.“ Im Laufe der Jahre bekam sie viele gutgemeinte Ratschläge, wie sie ihr Geschäft vergrößern könnte: „Natürlich befinde ich mich hier an der besten Adresse. Hier würden sich auch alte Schuhe gut verkaufen. Aber ich möchte keine Tulpen, Sonnenblumen, Gladiolen, Veilchen oder Sträuße verkaufen. Oder ein Café eröffnen. Es wäre vielleicht brechend voll, aber das will ich einfach nicht. Die Stärke liegt darin, bei seinem eigenen Produkt zu bleiben, nah am Kern und bei sich selbst. Alles, was man tut, muss mit dem eigenen Kopf und dem eigenen Herzen in Einklang sein. Was ich hier aufgebaut habe, ist kontra-kommerziell, das macht man als Unternehmer normalerweise nicht. Aber diese Pflanzen machen mich glücklich, sie machen meine Kunden glücklich, und meine Kunden wiederum machen mich glücklich.“

 

Bienen im Bollenstreek. Foto Pixabay

 

Lady Lavendel

Vogelaardreef 20

Noordwijk (Bollenstreek)