Sterneknollen aus Opperdoes

 

OPPERDOES – Man kommt nicht daran vorbei: Opperdoes ist das Kartoffeldorf Westfrieslands. Die Äcker rund um das Dorf werden ab April von grünem Laub geschmückt, unter dem sich langsam aber sicher das „Gold der Erde“ entwickelt. Um die dreißig Züchter bauen in diesem schwefelhaltigen Boden, der den „Opperdoezer Ronde“ (auf Deutsch: Opperdoeser Runde) ihren typischen Geschmack verleiht, ihr Saatgut an.

 GESCHÜTZT UND EXKLUSIV

Die „Ronde“ besitzt das EU-Gütezeichen „g.U.”. Das bedeutet, dass die Knollen nur in einem begrenzten Gebiet angebaut werden dürfen. In einem Umkreis von ungefähr einem Kilometer um Opperdoes. Die „geschützte Ursprungsbezeichnung“ ist eine europäische Verordnung, die regionale Produkte gegen Nachahmung schützt. Mit dem Status sind strenge Forderungen verknüpft. Es handelt sich also um eine ausgewählte und exklusive Kartoffel.

 

Opperdoeser Runde

OPPERDOES-KARTOFFEL ALS GESCHENK

Früher kamen die Kartoffelfans von nah und fern nach Opperdoes, um die kulinarische Knolle zu erstehen. Ganze Kofferraumladungen wurden mit nach Hause genommen. Einwohner von Opperdoes verschenkten einen Sack Kartoffeln zum Geburtstag. Damals galten sie noch als echtes Geschenk. Damals durften die Kartoffeln noch direkt vom Feld aus an der Straße verkauft werden. Jetzt gilt die Auktionspflicht: Die Ernte muss einem Auktionshaus angeboten werden. Dieses regelt den Verkauf und bestimmt den Preis. Heutzutage dürfen nur ein paar Bauern ihre Kartoffeln vor der eigenen Tür verkaufen. Der Großteil wird über das ganze Land verteilt in Supermärkten und Gemüseläden verkauft. Wahre Fans jedoch kennen noch immer die besten Kartoffeladressen in Opperdoes.

ALLE MACHT DER KNOLLE

„Opperdoezer Ronde“ ist gleichbedeutend mit Hero Stam (Opperdoes, 1949). Er ist der Kartoffelbotschafter schlechthin, wie aus den vielen Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln hervorgeht. Der Züchter bewahrt die stolz in einem Ordner und an der Pinnwand seiner Scheune auf. „Power to the pieper“ (auf Deutsch: Alle Macht der Knolle) lautet sein Credo. Schon seit mehreren Jahren ist Stam der Hoflieferant mehrerer niederländischer Sternerestaurants. Der Opperdoeser ist sparsam mit „seiner“ Kartoffel. Alles ist per Hand geschält, denn die Schale ist sehr dünn und das Gewächs daher besonders empfindlich. Dieses Kartöffelchen ist etwas für Kenner, und sicherlich keine gewöhnliche Küchenkartoffel. Aber trotz ihres „Sternestatus“ besitzt die Knolle keine Staralluren. Ein echter Opperdoeser weiß nämlich, wie sie am besten schmeckt. Mit Schale kochen, vierteln, ein Stückchen (geschmolzene) Butter dazu und ein wenig Salz drüber. Fertig.

OPPERDOES: MINI-GIETHOORN

Wenn man sowieso schon in Opperdoes zu Besuch ist, sollte man unbedingt einen kleinen Spaziergang durchs Dorf machen. Es wird aufgrund seiner vielen Wasserwege und Brücken auch „Klein-Giethorn“ genannt.

 

Opperdoes. Foto Gouwenaar.

 

Foto: Gouwenaar