Wolken kratzen in Rotterdam

 

ROTTERDAM – Rotterdam besitzt mehrere Spitznamen, von denen manche ungeklärter Herkunft sind, wie „Rotjeknor”, und andere wiederum für sich selbst sprechen, wie „Manhattan an der Maas“. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg beinahe dem Erdboden gleich gemacht. Auf ihren Trümmern wuchs eine neue, moderne Stadt mit einem Welthafen.

DER ERSTE UND LETZTE WOLKENKRATZER

der erste Wolkenkratzer der Niederlande gebaut: das „Witte Huis“ („Weiße Haus“). Foto Pixabay

 

Wenn man die Skyline von Rotterdam betrachtet, wird schnell klar, warum ihr Spitzname „Manhattan an der Maas“ lautet. Hier wurde 1898 der erste Wolkenkratzer der Niederlande gebaut: das „Witte Huis“ („Weiße Haus“) an der Geldersekade. Dieses elfstöckige Bürogebäude im Jugendstil ist 43 Meter hoch und überlebte als eines von wenigen Gebäuden die Bombardierung der Stadt. Den Titel „höchstes Gebäude der Niederlande“ trägt das Witte Huis schon lange nicht mehr. Diese Ehre gebührt inzwischen dem 165 Meter hohen – ebenfalls in Rotterdam stehenden – Maasturm. Aber auch das ist nicht mehr von langer Dauer, denn neben der Erasmusbrücke wächst der 188 Meter hohe Wohnturm Zalmhaven in den Himmel. Dieser letzte Wolkenkratzer wird voraussichtlich 2021 eröffnet.

DIVERSE BAUSTILE IN ROTTERDAM

Kubus-wohnungen. Foto Pixabay

 

Nicht nur der Hochbau in „Rotjeknor“ ist beeindruckend. Über die ganze Stadt verteilt trifft man diverse Baustile an, wobei traditionelle und moderne Architektur sich in allerlei Spielarten abwechseln. Die Herzen von Architekturliebhabern und Fans von Industriedenkmälern schlagen in Rotterdam höher, vor allem wenn sie Vertretern des Neuen Bauens begegnen. Dazu gehören die Van-Nelle-Fabrik, Hotel New York, Café De Unie und das Chabotsmuseum. Es sind also einige Bauwerke des „alten“ Neuen Bauens verschont geblieben. Darüber hinaus bietet die Stadt aber auch dem „neuen“ Modernismus, wie den berühmten Kubus-Wohnungen, der Erasmusbrücke und der Kunsthalle, viel Platz. Und die ganz aktuellen Neubauten, wie der Hauptbahnhof und die Markthalle, sind ebenfalls eine wahre Augenweide.

PER BOOT DURCH DEN ROTTERDAM HAFEN

Skyline Rotterdam. Foto Pixabay

 

Rotterdam ist nicht nur eine Architektur- und Kulturstadt, sie ist vor allem eine Hafenstadt. Der Rotterdamer Hafen ist der größte Europas, und das verdankt er seiner Lage: An der Mündung des Rheins und mit einem immensen „Einzugsgebiet“. Von hier aus werden Güter – hauptsächlich über das Wasser – ins Ruhrgebiet, nach England und Antwerpen verschifft. Man kann den Hafen zu Fuß erkunden, aber als echte Wasserratte nimmt man natürlich ein Boot. Ein Tender-Boot zum Beispiel. Diese waren ursprünglich dazu da, die Passagiere der SS Rotterdam – das ehemalige Flaggschiff der Holland-Amerika-Linie und Kreuzfahrtschiff hat aktuell dauerhaft in Rotterdam festgemacht und ist unter anderem ein Hotel – an Land zu bringen, aber nun kann man sich durch den Rotterdamer Hafen oder die Innenstadt fahren lassen. Alternativ kann man an der Erasmusbrücke ein Rundfahrtboot der Firma Spido besteigen.

AUSSICHT AUS 180 METER HÖHE

Aussichtspunkt über Rotterdam. Foto Pixabay

 

Die beste Art, einen guten Überblick über die Hafen- und Architekturstadt Rotterdam zu bekommen, ist ein Besuch des Euromasts. Auf 92 Meter Höhe gibt es ein Restaurant, auf 112 Metern befindet sich der Aussichtspunkt, und wer keine Höhenangst hat, besteigt den gläsernen, sich um die eigene Achse drehenden Aufzug und fährt bis zum höchsten Punkt auf 180 Metern. Dort kann man die Wolken dann beinahe selbst kratzen.